Narratives Lexikon

Narratives Management von A bis Z: das narrative Lexikon zum Nachschlagen der wichtigsten Begriffe.

Die zunehmende Verbreitung des narrativen Management-Ansatzes bringt eine Vielzahl an Begriffen mit sich, die wir hier in einem stetig wachsenden „narrativen Lexikon“ auflisten.
Haben Sie weitere Vorschläge für wichtige Begriffe rund ums Storytelling? Kontaktieren Sie uns, wir nehmen Ihre Ideen gerne auf!
 
 
 
 
 

Alternate Reality Games (ARG)

Alternate Reality Games (Kurzform: ARG) (etwa wirklichkeitsbegleitendes Spiel) bezeichnet man ein auf verschiedene Medien zurückgreifendes Spiel, bei dem die Grenze zwischen fiktiven Ereignissen und realen Erlebnissen bewusst verwischt wird. Häufig wird es zur Bewerbung eines neuen Produktes oder einer neuen Dienstleistung verwendet, ohne dieses direkt anzupreisen. Die Spieler greifen auf verschiedene Quellen im Internet zurück, wobei es nicht selten geschieht, dass die Ereignisse in der Spielewelt bis hinaus in die reale Welt der Spieler hineinreichen und die Spieler so zum gemeinschaftlichen Handeln bewegt. Die Geschichte eines ARGs kann dabei durch eine Vielzahl verschiedener Medien vorangetrieben (siehe transmedia Storytelling) werden (Quelle: Wikipedia).

Interessante Beispiele zu ARGs können Sie in diesem Blogbeitrag finden.

 

Analogien

benutzt man, um einen bildhaften Vergleich zwischen zwei Sachverhalten zu ziehen. Der Vergleich kann entweder strukturelle Ähnlichkeiten betonen, wie etwa die Ähnlichkeit der hohlen (und damit stabilen) Bauweise eines Grashalmes und eines Fernsehturmes.

Eine funktionale Analogie ist etwa die ähnliche Funktion eines Fischernetzes (fischt je nach Netzgröße verschiedene Fische) und einer Suchmaschine (findet je nach Algorithmen verschiedene Ergebnisse).

Beispiel: Das Konstrukt Wissen kann man mit der Wasser-Analogie gut erklären: ist Wasser zu Eis gefroren, kann es, wie explizites Wissen auch, gelagert, gelabelt, transportiert werden – die Liste der  parallelen Eigenschaften ließe sich noch fortsetzen. Ebenso kann Wasser in Form von Wasserdampf mit dem implizitem Wissen verglichen werden: es lässt sich nicht leicht fassen, ist flüchtig, kann nicht einfach gelagert werden, etc. (vgl. Reinmann, G. (2001)).

Best Practice

bezeichnen Lösungswege (meist in Projekten), die von den Entscheidern als besonders gut und gelungen bewertet wurden und daher für das Unternehmen als nachahmenswertes Vorgehen gelten. Ihre Kenntnis erleichtert Arbeitsprozesse und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Projektabwicklung.

Der Begriff „Best Practice“ wird allerdings zunehmend durch „Good Practice“ abgelöst, weil man argumentiert, dass dies besser den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Organisationen, der eben selbst bei sehr guten Lösungen als Ideal gilt, einfordert (vgl. Mittelmann, A. 2011).

Bilder/Comics

Bilder und Comics können schwer in Worte zu fassende Erfahrungen und implizites Wissen mitunter besser und umfassender festhalten und vermitteln als abstrakte Worte (siehe mehr unter Visualisierungen).

Brand Story

Eine Brand Story ist eine Geschichte, mit der ein Unternehmen sich selbst als Marke positionieren will. Die Brand Story soll dabei Bedeutungsräume schaffen, die die Identifikation mit einem Unternehmen, einer Marke fördern soll. Sie kann tiefere Einblicke in die Arbeitswelt eines Unternehmens liefern, herausragende Persönlichkeiten (Mitarbeiter, Management, Kunden) vorstellen oder Produktwelten in Form von Geschichten präsentieren. Meist wird eine Brand Story im Rahmen der Employer Branding-Strategie entwickelt.

Change-Prozesse

Ein Change-Prozess, bzw. ein kultureller Wandel in einem Unternehmen bedeutet, dass Mitarbeiter und Management ihre gewohnten Denk- und Verhaltensmuster verändern wollen (veränderte Außenwirkung) oder aus gewissen übergeordneten Zwängen heraus verändern müssen (z. B. bei einer Firmenfusion).

Einen echten kulturellen Wandel in Unternehmen herbeizuführen, ist ein langwieriger und zäher Prozess, der nicht selten scheitert bzw. nur nach außen in Leitbildern und Firmen-Statements propagiert wird, aber nicht wirklich im Unternehmen gelebt wird.

Narrative Methoden können hier unterstützend wirken, in dem sie  z. B. Geschichten, die über und im Unternehmen erzählten werden, aufgreifen, die dahinter liegenden Werte analysieren und in den Change-Prozess einbauen. So kann eine authentische Unternehmenskultur entstehen.

City Map

Eine Visualisierungsmethode, die sich der Analogie von Städten/Dörfern bedient, um die Kommunikationswege, Machtverhältnisse und die Kultur eines Unternehmens auszudrücken. Häuser stehen für Abteilungen und können weit auseinander oder nah zusammen stehen, sie können alt und unansehnlich sein, sie können unzusammenhängend und ohne Straßen und Wege gezeichnet werden oder aber um einen netten Marktplatz herum – die Möglichkeiten, das eigene Unternehmen als Dorf darzustellen, sind endlos und sind ein sehr guter Einstieg bei Kulturanalysen.

Core Story

Ein Begriff aus dem Marketing im Zusammenhang mit einem starken Branding eines Unternehmens. Die „Kerngeschichte“ eines Unternehmens ist in zweierlei Hinsicht sehr wichtig: ist sie authentisch und durch ihre narrative Struktur geeignet, Emotionen anzusprechen, erhöht sie die Identifizierung der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen als auch die Wahrnehmung der Kunden. Produktorientierte Werbung ist so einer authentischen branding story (core story) unterlegen. Core Stories werden auch systematisch für das  Employer Branding eingesetzt.

Crossmedia Storytelling

bedeutet die Präsentation bzw. Verbreitung einer Geschichte über verschiedene Plattformen z. B. über Online, Print, Game, Musik, Fernsehen. Im Unterschied zu Transmedia Storytelling wird dabei immer die gleiche und vollständige Geschichte erzählt, nur die Plattform, der Erzählkanal ist ein jeweils anderer.

Digital Storytelling

Der Begriff Digital Storytelling umschreibt eine neue, moderne Art und Weise Geschichten zu erzählen, nämlich mit Hilfe von digitalen Tools und neuer Technologien, wie z. B. Internet, YouTube, Video, oder Podcasts. In der Regel handelt es sich bei „digital Stories“ um kurze, emotionale Formate, die von „Laien“ erstellt werden, bei denen Fotographien, Videos, Animationen, Sound, Musik und Text miteinander kombiniert wird. Im Unterschied zu multimedia Storytelling, bei dem alle Medien zum Einsatz kommen können,  werden beim digital Storytelling nur digitale Medien verwendet.

Employer Branding

Employer Branding ist eine unternehmensstrategische Maßnahme um ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber (nach innen und nach außen) darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abzuheben und zu positionieren. Für ein erfolgreiches und authentisches Employer Branding müssen Unternehmenskommunikation und Personalmanagement zusammenarbeiten und eine ganzheitliche Employer Branding-Strategie entwickeln.
Storytelling und narrative Methoden kommen im Kontext Employer Branding bei der Analyse der zu Vermarktenden Unternehmenswerten (Kulturanalyse) zum Einsatz und bei der Aufbereitung von sogenannten Brand Stories, mit deren Hilfe diese Unternehmenswerte verbreitet werden können.

Equity Story

Der Begriff bezeichnet die zusammenfassende Darstellung einer Aktiengesellschaft im Hinblick auf ihre zukünftigen Chancen und Risiken und ist die Übersetzung der Unternehmensstrategie für alle Stakeholder.

Die Darstellung der Erfolgsgeschichte des Unternehmens, die von der Vergangenheit in die Zukunft projiziert werden soll, ist für börsennotierte Unternehmen besonders wichtig, da das Interesse von Investoren geweckt werden muss, um so eine Nachfrage für dieses zu generieren. Besonders beleuchtet werden dabei die Strategie, Ertragskraft, Vision, Philosophie und Kultur des Unternehmens. Diese Informationen dienen potenziellen Investoren dazu, das Unternehmen eigenständig zu beurteilen (Quelle: Wikipedia). Viele Unternehmen setzen dabei Storytelling ein, um Investoren z. B. von der Nachhaltigkeit oder der Innovationskraft ihres Unternehmens zu überzeugen.

Ereigniskurve

Eine Visualisierungshilfe während der Erfassungsphase im Storytelling-Prozess, meist im Rahmen der narrativen Interviews im Kontext von Projekt- und Expert Debriefing angewendet: der Wissensträger zeichnet den Projektverlauf mit seinen Höhen und Tiefen in Form einer Fieber- bzw. Ereigniskurve auf einem Zeitstrahl ein.

Erfahrungsgeschichte

Eine Erfahrungsgeschichte ist ein Dokument, in dem eine Organisation ihre eigene Geschichte zu zentralen Ereignissen erzählt. Sie ist zweispaltig aufgebaut und enthält zum einen die von einzelnen Personen berichteten Erfahrungen und zum anderen Anmerkungen sowie Reflexions- und Kontexthinweise von Kommentatoren. Die Erfahrungsgeschichte entsteht im Zuge der Storytelling-Methode, die auf den am MIT (USA) entwickelten Learning Histories basiert.

Erfahrungswissen

Jenes Wissen, das in meist emotional bedeutsamen Erlebnissen bei den Agierenden entsteht. Ein Experte verfügt über einen großen Schatz an Erfahrungswissen aus seiner Berufspraxis, aber auch Projekt-Teams sammeln wichtiges Erfahrungswissen in einem Projekt, wenn sie Probleme zu lösen und Krisen zu meistern haben. Erfahrungswissen ist im Handeln entstanden und so meist stark mit der Situation, in der es entstand, verknüpft. Da es drüber hinaus meist auch viele implizite Anteile hat, ist es sinnvoll den Wissensträger von Erfahrungswissen die Situationen erzählen zu lassen, die er als emotional bedeutsam empfand – denn dort findet sich das Erfahrungswissen!

Erzählungen der Mitarbeiter

Hierbei handelt es sich um Erlebtes und Erfahrenes, was mündlich von den Mitarbeitern meist informell weitergegeben wird und eine meist ungenutzte Wissensquelle ist, in der viele Lösungen für unternehmensrelevante Probleme stecken.

Beispiel: Ein Auszubildender trifft in der Kantine seine ehemalige Abteilungsleiterin und erzählt ihr, wie es ihm in der neuen Abteilung geht, mit welchen Problemen er konfrontiert wird und wie die Zusammenarbeit im Team ist etc. Sie kann daraufhin die Ausbildung ihrer zukünftigen Azubis besser auf einen späteren Einstieg im Unternehmen ausrichten.

Expertenwissen sichern

Es gibt verschiedene methodische Ansätze, um das Expertenwissen einer Fach- oder Führungskraft zu sichern, die das Unternehmen oder ihre Position verlässt und die aufgrund ihrer großen Erfahrung (Expertenstatus!) einen Wissensschatz besitzt, der nicht durch andere Mitarbeiter ersetzt werden kann. Daher wird versucht, dieses Expertenwissen für den Nachfolger bzw. das gesamte Unternehmen zu sichern. Es gibt dafür unterschiedliche methodische bzw. prozesshaft aufgebaute Ansätze, die in unterschiedlichem Ausmaß strukturierte bis narrative Interviews einsetzen, um das Expertenwissen des Leaving Expert zu erfassen. Neben dem Einsatz von Interviews geht es darum, den Leaving Expert dabei zu unterstützen, einen Wissenstransfer-Prozess aufzusetzen, ihn und die Wissensnehmer also in die Lage zu versetzen, selbständig den Wissenstransfer von Experte zu Nachfolger zu planen und zu realisieren. Schließlich steht neben der Aufgabe der Erfassung und neben der Einbettung in einen Wissenstransfer-Prozess auch als dritte Aufgabe die Frage nach der Aufbereitung des Wissens im Raum: in welcher Gestalt, mit welchen Worten und Bildern, mit welchen Medien wird das Expertenwissen dargestellt und protokolliert, um eine hohe Wiedernutzung im Unternehmen zu gewährleisten?

Expertenwissen

Ein Experte ist eine Person, die in komplexen Problemsituationen kompetent handelt und diese hohe Problemlösefähigkeit wiederholt (routiniert) zeigen kann. Dazu bedarf es neben Fachwissen auch umfassender Erfahrung, weswegen Expertenwissen viele ähnliche Merkmale wie Erfahrungswissen [Zielort: Lexikon, Stichwort. dito] hat. Expertenwissen liegt in allen Bewusstseinsgraden vor und hat daher implizite wie explizite Anteile.

Explizites Wissen

Wissen, das verbalisierbar und damit relativ gut dokumentierbar ist. Der Begriff bezeichnet verbalisierbares Faktenwissen und Wissen über Sachverhalte, wie es z.B.: in Fachbüchern, Datenbanken, Projektdokumentations-Systemen etc. zu finden ist. Explizites Wissen grenzt sich vom implizitem Wissen ab.

Fiktive Geschichten

Das sind „erfundene“ Geschichten, deren Inhalt zwar nahe der an der Realität erzählt kann, aber das Setting und die handelnden Protagonisten existieren nicht in dieser Form in der Wirklichkeit.

Beispiel: Der Vorstandschef eines großen Unternehmens möchte seine Mitarbeiter für anstehende Veränderungsprozesse motivieren und entwickelt dazu eine phantasievolle Geschichte, die ganz offensichtlich einige zentrale Parallelen zum realen Unternehmen aufweist.

Eine fiktive Geschichte von NARRATA Consult zu einem großen Projekt eines Umweltverbandes entführt Sie auf eine Seereise: Mission Aqua Salvare!

Five Minute Stories

bezeichnen unser narratives Vorgehen im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen, das es trotz Zeitknappheit und großen Zielgruppen möglich macht, die Werte, Einstellungen und Stimmungen der Mitarbeiter durch ihre Erzählungen kennen zu lernen.Wir haben unser methodisches Vorgehen in einer Publikation in der Zeitschrift Wissensmanagement (Ausgabe 8, 2010) genauer beschrieben.

Grounded Theory

ist ein Ansatz der Sozialwissenschaften bzw. eine Methode der qualitativen Sozialforschung zur systematischen Auswertung vor allem qualitativer Daten, mit dem Ziel einer Theoriegenerierung. Sie stellt dabei keine einzelne Methode dar, sondern eine Reihe ineinandergreifender Verfahren.
Ziel ist es, eine realitätsnahe Theorie zu entwickeln, um diese für die Praxis anwendbar zu machen. Grundlegendes Erkenntnisinteresse ist nicht die Rekonstruktion subjektiver Sichtweisen, sondern es sollen ihnen zugrundeliegende (soziale) Phänomene sichtbar gemacht werden (siehe z.B.: Barney G. Glaser; Anselm L. Strauss: The Discovery of Grounded Theory. Strategies for Qualitative Research (1967), deutsch als: Grounded Theory. Strategien qualitativer Forschung (1998)).

Im Storytelling-Prozess ist der Grounded Theory-Ansatz eine der verwendeten narrativen Methoden. Er wird dazu benutzt, aus allen ausgewerteten Interviews und weiteren vorhandenen Materialien über das zu untersuchende Thema, übergreifende praxisnahe Theorien und Ansätze  für den Auftraggeber abzuleiten.

Heldenreise

Die Heldenreise ist eine der bekanntesten und am meisten verwendeten Geschichtsformen, was die Arbeit mit Geschichten in Unternehmen betrifft, wohl auch deshalb, weil die Stationen der Heldenreise sich auch sehr gut auf die einzelnen Stationen der Projektarbeit übertragen lassen.

Der amerikanisch Mythenforscher Joseph Campbell (1904-1987) hat sie entwickelt, in dem er aberhunderte von Mythen, Erzählungen, Sagen aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen miteinander verglich. Er hat ein immer wieder kehrendes Erzählschema in allen diesen Geschichten gefunden: Das der Heldenreise.

Im Original von Campbell gibt es dabei 12 Stationen der Heldenreise. Frenzel, Müller und Sottong (2006) haben sie auf 5. Hauptstationen vereinfacht

Der Ruf des Abenteuers
Aufbruch ins Ungekannte
Der Weg der Prüfungen
Der Schatz
Die Rückkehr

Die Heldenreise kann als narratives Element z. B. bei Kick-off-Meetings von Projekten eingesetzt werden, um die gemeinsame „Heldenreise“ eines Projektteams zu erarbeiten, oder in der Projekt-Mitte als Reflektionstool: Wie ist unsere Reise bislang verlaufen? Wo lauern Gefahren, Widersacher? Wie gelangen wir noch zum Schatz? Am Ende von Projekten eignet sich die Heldenreise für das Projekt-Debriefing als Modell um Projekteerfolge darzustellen und zu vermarkten.

Halbstrukturierte Interviews

Wie auch das narrative Interview eine Methode aus der qualitativen Sozialforschung. Doch im Unterschied zum narrativen Interview wird hier ein Gesprächsleitfaden benutzt, der im Vorfeld festgelegte Themenbereiche und offene Fragen aufführt. Im Rahmen des Storytelling-Prozesses werden halbstrukturierte Interviews eingesetzt, um vom Auftraggeber definierte Themen abzudecken und eine Vergleibarkeit der Aussagen zu ermöglichen. Meist enthalten die Interviews darüber hinaus aber auch einen narrativen (freien) Teil.

Implizites Wissen

Wissen, das nach dem Urvater des Begriffes, Polanyi (1969; 1985), nicht verbalisierbar ist oder aber noch nicht verbalisiert wurde. Daher kann implizites Wissen nicht ohne Weiteres dokumentiert werden. Der Begriff bezeichnet Erfahrungswissen, das im Handeln erworben wurde, aber auch Werte, Einstellungen und Normen, die in der Unternehmenskultur verankert sind. Durch das Erzählen lassen von Erfahrungen, Beispielen, Erlebnissen können größere Teile dieses impliziten Wissens erfasst werden als durch klassische Leitfadengestützte Befragungen.

Learning Histories

In den USA haben Ende der 1990er Jahre Wissenschaftler (M.I.T, Harvard), Managern (u. a. Philips, Motorola, Hewlett-Packard, Federal Express) und Journalisten gemeinsam eine Vorgehensweise zur Erstellung von Learning Histories entwickelt (im Deutschen mit Erfahrungsgeschichten übersetzt).

Learning histories (Kleiner & Roth, 1998) decken in der Unternehmenskultur verhaftete Normen und Werte auf und kommunizieren sie im gesamten Unternehmen: alle Beteiligten an einem herausragenden Ereignis (z.B. ein besonders gut oder schlecht gelaufenes Projekt) werden hinsichtlich ihrer Erlebnisse und Beobachtungen interviewt, nach der Analyse der Gespräche wird eine provokante Erfahrungsgeschichte entwickelt, die die Originalaussagen der Beteiligten wiedergibt und sie mit einen roten Erzählfaden zu einer gemeinsamen, multiperspektivischen Geschichte verwebt. Die 2-spaltig aufgebaute Erfahrungsgeschichte weist durch die Kommentar-Spalte der Autoren auf Widersprüche, verborgene Zusammenhänge, Tabuthemen etc. hin und ist daher ein mächtiges Tool, geltende Werte, Normen und Wissensbestände in Workshops mit Beteiligten und anderen Organisationsmitgliedern zu reflektieren.

Die Learning Histories fassten durch die Arbeiten von Prof. Heinz Mandl, Prof. Gabi Reinmann (damals an der Uni München) und NARRATA Consult als Pioniere im narrativen Wissensmanagement unter der Bezeichnung Storytelling-Methode im deutschsprachigen Raum Fuß:

  • Die Planungsphase – Voraussetzungen für ein erfolgreiches Story Telling-Projekt
  • Die Interviewphase – Abrufen und Reflektieren von Wissen durch narrative Interviews und Visualisierungsmethoden (Schwerpunkt: Heben von Erfahrungswissen, Umgang mit den Interviewpartnern)
  • Die Auswertungsphase – Der effiziente Umgang mit den Interviewdaten (gezielte Auswahl von Zitaten)
  • Die Erstellungsphase – Wie aus der Fülle von Materialien eine Geschichte wird (der zielsetzungsspezifische Aufbau von Geschichten, Anleitung zum Schreiben und Erzählen von Kurzgeschichten)
  • Die Verbreitungsphase – Steuerung des Wissenstransfers (Lernprozesse planen und durchführen)
NARRATA Consult hat den Learning History-Ansatz für einen effizienten Einsatz in Unternehmen weiterentwickelt. Im Buch: Storytelling: Eine Methode für das Change-, Marken-, Qualitäts- und Wissensmanagement und besuchen Sie die Seite „Was ist Storytelling?“

Leaving Experts

Leaving Experts sind Mitarbeiter, die ein Unternehmen verlassen, aber im Laufe ihrer Tätigkeit einen so spezifischen Erfahrungsschatz angesammelt haben, dass sie nicht einfach durch neue Mitarbeiter ersetzt werden können, sondern eine (Wissens-)Lücke im Unternehmen hinterlassen.

Mithilfe von verschiedenen Methoden wird versucht, dieses Wissen im Unternehmen zu halten und auf Nachfolger zu übertragen. Diese Methoden lassen sich grob unterscheiden bezüglich ihrer Ausrichtung auf einen Gesamtprozess versus einer eher isoliert einzusetzenden Methode und bezüglich der Freiheitsgrade für den Experten in der Erfassungssituation mittels Interviews.

Die von NARRATA Consult bevorzugte Erfassungsmethode ist ein narratives Prozessvorgehen, das sowohl narrative als auch halbstrukturierte Interviews einsetzt und das Expertenwissen mithilfe sozialwissenschaftlicher Analysemethoden und diverser Visualisiuerungstechniken sowie dem Einsatz von Multimedia für das Unternehmen nutzbar aufbereitet.

Lessons Learned

bezeichnet die Lehren, die man (meist aus einem Projekt) gezogen hat und jene Problemlösungsversuche, die man beim nächsten Mal lieber nicht mehr anwenden sollte. Die Kenntnis von Lessons Learned bei den Agierenden vermeidet Wiederholungsfehler und wirkt kostenreduzierend. Erfahrungsgeschichen enthalten die Lessons Learned von Projekten, oder einzelnen Experten.

Location Based Storytelling

ist eines der neuen Schlagworte im Zusammenhang mit transmedia Storytelling. Beim Location Based Storytelling entfaltet sich die (fiktive) Geschichte an echten Schauplätzen. Der „Experiencer“ (Geschichtenerleber) wird dabei selbst Teil eines „Storyuniversums“ und begibt sich tatsächlich oder fiktiv an die Schauplätze der Geschichte, die sogenannten „Plotpoints“ (siehe auch Storytelling Manifest)

Mit technischer Unterstützung von z. B. Mobile Smart Phones und mit Hilfe von Apps wie z. B. Google docs, storytude, 7scenes) kann der Experiencer die Story und die Schauplätze an der die Handlung passiert verfolgen.

Märchen

Hierunter wird eine phantasievoll ausgeschmückte Erzählung verstanden, in der die Naturgesetze aufgehoben sind und Wunder vorherrschen. Märchen gibt es in allen Kulturkreisen und sie wurden schon lange vor der Entwicklung der Schrift mündlich überliefert. In Unternehmen macht es manchmal Sinn Themen in die Welt der Märchen zu übertragen, z. B. wenn es um die Beschreibung von heiklen Situationen oder Prozesse geht, über die nicht offen gespochen werden kann.

Metapher

Metapher ist (laut Duden) ein sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort oder eine Wortgruppe aus dem eigentlichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen wird, ohne dass ein direkter Vergleich zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem vorliegt.
Beispiel 1: Wasser als Bild für das implizite Wissen bzw. Erfahrungswissen. Der gezielte Einsatz von Metaphern zählt zum Portfolio narrativer Methoden und wird als Erweiterung des Methoden-Repertoires angesehen.
Beispiel 2: Eine wichtige Besprechung zwischen zwei Kooperationspartnern verläuft erfolglos und wird vertagt. Eine Mitarbeiterin assoziiert mit der konfliktgeladenen Atmosphäre, die in diesem Meeting vorherrschte, die Metapher „Wie Hund und Katz“. Ein Kollege kann sich daraufhin sehr gut in die Situation des Meetings hineinversetzen.

Metaphernanalyse

eine Methode der Textinterpretation, die metaphorische Redewendungen auf zugrunde liegende Vorstellungs- und Wahrnehmungsmuster hin untersucht. Theoretische Grundlage sind neuere metapherntheoretische Ansätze, vor allem aus der kognitiven Linguistik (Lakoff und Johnson). Diese gehen davon aus, dass metaphorische Übertragungen aus einfachen, sinnlich wahrnehmbaren Erfahrungen auf komplexe, abstrakte Erfahrungsbereiche einen Grundzug menschlichen Denkens und Handelns darstellen. Metaphern sind demnach nicht nur schlichte sprachliche, sondern kulturell beeinflusste kognitive Konzepte, mit denen die Erfahrungswelt strukturiert, interpretiert und kommuniziert wird, und die handlungsleitend wirken. Siehe z. B. Schmitt, Rudolf (1995). Metaphern des Helfens. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

MindMapping

Diese kognitive Technik bedient sich einer Art Baumdiagramm, in dessen Mittelpunkt ein zentraler Begriff steht, zu dem in mehreren Haupt- und Unterästen Assoziationen zu diesem Begriff/Thema gesammelt werden. Mindmaps sind weit verbreitete Visualisierungen für Wissensbereiche, die in Ober- und Unterbegriffen dargestellt werden sollten. Auch bei der Auswertung von Interviews im Storytelling-Prozess finden Mind Maps und die dahinterstehende Erstellungstechnik oft Gebrauch für die Sammlung und inhaltliche Zuordnung von (Experten-)Wissen.

Multimedia Storytelling

Multimedia Storytelling beschreibt den gleichzeitigen Einsatz unterschiedlicher Medien, wie z. B. Foto, Audio, Video, Schrift, zum Erzählen einer Geschichte.

Narrativ

„Narrativ“ bedeutet „erzählend“ und hat seine Wurzeln im lateinischen „narrare“, was so viel wie „erzählen“ bedeutet. Erzählen kann man sowohl mit Worten als auch mit (bewegten) Bildern.

Narrative Human Ressource Management

Siehe unter narrative Personalentwicklung

Narrative Methoden

ist ein Sammelbegriff für zum Teil sehr verschiedene methodische Ansätze, die aber alle auf den Grundannahmen des narrativen Management ansetzen und in den Sozialwissenschaften verankert und fundiert sind. Die von uns im Storytelling-Prozess angewendeten narrativen Methoden sind im Wesentlichen:

Schauen Sie sich auch unseren Handwerkskasten der von NARRATA Consult eingestzten narrativen Methoden und Tools an!

Narratives Interview

Das von Fritz Schütze (1977) entwickelte narrative Interview ist eine Spezialform des qualitativen Interviews, in der der zu Befragende aufgefordert wird, frei zum Gesprächsgegenstand zu erzählen. Hauptcharakteristikum ist die offene Gesprächsatmosphäre, in der der Erzählfluss von möglichst wenigen Fragen von Seiten des Interviewers unterbrochen werden soll.

NARRATA Consult geht in der Analysephase 2-stufig vor: dem narrativen Interview folgt ein halbstrukturiertes Interview,  das vorab bestimmte Fragenthemen zulässt und in dem systemische Fragetechniken eingesetzt werden, um den Erzählenden beim „Tieferschürfen“ in seinem Wissen und seinen Erinnerungen zu unterstützen.

Narratives Management

Narratives Management ist eine Grundhaltung und Philosophie, die den Mitarbeiter als Wissensträger wertschätzt und damit kommunikative Prozesse in den Vordergrund stellt. Da das Wissen der handelnden Personen im Mittelpunkt steht, werden narrative Methoden eingesetzt: sie eignen sich am besten für das Heben auch verborgener Wissens- und Erfahrungszusammenhänge.
Narratives Management bedeutet, mit Hilfe der Story-Metapher eine radikal neue Perspektive auf Struktur, Kultur, Organisation, Kommunikation und Führung des eigenen Unternehmens, der eigenen Abteilung zu entwickeln – und so im Unternehmen eine Geschichte leben und nach außen kommunizieren zu können.
Narratives Management ermöglicht, sich die Wirkkraft von (Unternehmens-)Geschichten zunutze zu machen: es bietet Methoden an, mit Geschichten Wissen zu bewegen, Werte zu beleben, Marken zu schaffen, Führung zu formulieren und Organisationen zu entwickeln.

Narratives Personalmanagement

(oder auch Narrative Human Ressource Management) bedeutet einerseits den Einsatz von narrativen Tools und Methoden bei der Durchführung von Personalmanagementprojekten z. B. innerhalb von Employer Branding, Cultural-Change, Mitarbeiterbefragungen, Age-Management, oder Knowledge Sharing.
Andererseits steht es auch für eine an Wertschätzung (gegenüber (dem Wissen von) Mitarbeitern) und an Authentizität (gegenüber der Unternehmenskultur) orientierte Arbeitsweise innerhalb des Personalwesens.

Narratives Wissensmanagement

bedeutet, mit innovativen narrativen Methoden die Kernaufgaben des Wissensmanagements, also die Erfassung, Dokumentation, Schaffung und Weitergabe von Wissen zu erfüllen. Narrative Methoden sind darüber hinaus in der Lage, die „Blackbox“ Unternehmenskultur zu öffnen und das darin verankerte Wissen an die Oberfläche zu bringen.

Organisational Storytelling

Organisational Storytelling ist ein aufkommendes Feld innerhalb der Betriebswirtschaft und Managementlehre. Einerseits wird es als machtvolles Kommunikations- und Managementtool angesehen, um z. B. Change-Prozesse zu unterstützen, andererseits ist organisational Storytelling ein effektiver Weg, um die Unternehmenskultur zu erkennen und zu beschreiben. Des Weiteren wird organisational Storytelling dazu eingesetzt um schwer zugängliches (Erfahrung-) Wissen zu erheben und weiterzugeben.

Podcasts

sind Audioaufnahmen, die meist über das Intranet /Internet verfügbar gemacht werden und die Schilderungen/Erzählungen der Mitarbeiter für andere Wissens-Suchende dokumentieren. Aus Audio-Mitschnitten, von Interviews im Rahmen des Storytelling-Prozesses, können Podcasts erstellt werden.

Projekt Debriefing

Unter Projekt Debriefing ist die gezielte, methodische Erhebung von Mitarbeiterwissen nach Beendigung eines Projektes oder Prozesses zu verstehen. Ziel ist die Wiederverwendung und Bewahrung des wertvollen Wissens und der Erfahrungen der Beteiligten für kommende, ähnlich geartete Projekte. Lessons Learned und Best Practises sind von besonderem Interesse. Die Storytelling-Methode wird häufig dann eingesetzt, wenn ein Unternehmen den Erfolg, oder das Schweitern eines Projektes genauer betrachten möchte, um Wiederholungsfehler zu vermeiden, oder um erfolgreiches Vorgehen übertragbar zu machen.

Qualitative Inhaltsanalyse

Diese sozialwissenschaftliche Methode für Textanalysen wurde vor allem von Philipp Mayring seit den 1980ern entwickelt und erfuhr eine große Bekanntheit in den qualitativen Wissenschaften. Die qualitative Inhaltsanalyse ist eine Textanalysemethode, die intersubjektiv prüfbare Analyseergebnisse von Text(Sprach-)Material erzeugt, indem sie mehrere Auswerter parallel einsetzt. Im Mittelpunkt der Analysearbeit stehen die Konzepte der induktiven Kategorienbildung und der deduktiven Kategorienanwendung. Im Storytelling-Prozess wird die qualitative Inhaltsanalyse zur Auswertung von Interviews eingesetzt.

Qualitätsmanagement

Alle Tätigkeiten des Gesamtmanagements, die im Rahmen des QM-Systems die Qualitätspolitik, die Ziele und Verantwortungen festlegen sowie diese durch Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätssicherung/QM-Darlegung und Qualitätsverbesserung verwirklichen (Definition nach EN ISO 8402). Mit dem Einsatz narrativer Methoden, zum Beispiel im Rahmen des Projekt Debriefings oder Expert Debriefings, hilft Schwachstellen und Lücken im bestehenden Qualitätsmanagement eines Unternehmens aufzudecken.

Road Map

Eine Visualisierungsmethode, die sich der Analogie von Landkarten bedient, um den Projektverlauf nachzuerzählen. Straßen/Pfade/Wege verbinden Punkte miteinander und stehen so für eine Bewegung von A nach B. Sie führen durch verschiedene Landstriche, die das Klima im Projekt ausdrücken können und können je nach ihrer Größe, Qualität und externen EInflüssen wie etwa Wetter auch unbequem sein und das Fortkommen verlangsamen.

Roll-out Projekte

Unter Roll-out Projekten sind Pilotprojekte in Unternehmen zu verstehen (wie z.B. die Einführung eines neuen Frühbuchersystems einer Hotelkette), die zukünftig unternehmensweit, aber auch in Filialen und Tochterfirmen durchgeführt werden sollen. Für solch ein unternehmensstrategisch wichtiges Projekt wird meist ein tiefergehendes Projekt-Debriefing durchgeführt.

Simulationsspiele

als didaktische Technik erzeugen eine realitätsnahe Umwelt und sind so in der Lage, Lerninhalte auch emotional und nicht nur kognitiv zu vermitteln. Sie eignen sich, um Betroffenheit/Empathie zu erzeugen oder um eine Gruppe in eine bestimmte Situation zu versetzen, die sie sonst nur kognitiv und nicht emotional erfahren kann (vgl. Wikipedia). Sind sie zudem nach den Regeln von Spielen aufgebaut, können sie Mitarbeiter für die Aneignung von Wissen mitunter besser motivieren als trockene Handbücher. der Einsatz von narrativen Elementen, wie z. B. Transfer Stories, fitive/realitätsnahe Geschichten erhöhen dabei die Identifikationsmöglichkeit und die emotionale Einbindung in ein Simulationsspiel.

Social Media Storytelling

bedeutet das Erzählen und Verbreiten von Geschichten im Social Media Web (über z. B. Twitter, Facebook, Google+) mit Hilfe von Web 2.0 Tools und Apps (siehe auch Storytelling 2.0).
Immer mehr Unternehmen nutzen Social Media Storytelling z. B. zu Marketingzwecken, um Stories z. B. über neue Produkte zu platzieren.

Spiele

sind im didaktischen Kontext in der Regel motivierend, da sie eigenes Tun einfordern, ungefährlichen Wettbewerb und Vergleich ermöglichen und zuguterletzt einfach Spaß machen! Besonders Online-Spiele eröffnen viele Möglichkeiten, weil die Interaktivität im Spiel virtuell sein (Spielgegner ist der Computer) oder aber medial vermittelt auch weit entfernte Spieler zusammenbringen kann. Narrative (Online-) Spiele setzen bewusst reelle oder fiktive Geschichten ein, um beispielsweise bei Mitarbeitern die Unternehmenskultur stärker zu verankern.

Storytelling-Methode

Die von NARRATA Consult in Kooperation mit Prof. Heinz Mandl und Prof. Gabi Reinmann (LMU München) ab 2000 im deutschsprachigen Raum verbreitete Methode Storytelling (wird mitunter auch Story Telling-Methode geschrieben) geht auf die Learning Histories (Kleiner & Roth, 1998) zurück. Mit der sozialwissenschaftlichen Methode Storytelling wird (implizites) Erfahrungswissen von Mitarbeitern über einschneidende Ereignisse, wichtige Projekte, oder die Unternehmenskultur aus unterschiedlichsten Perspektiven (Multiperspektivität) der Beteiligten erfasst, ausgewertet und in Form einer gemeinsamen Erfahrungsgeschichte aufbereitet. Die gewonnenen Einblicke werden in Transfer-Workshops mit Beteiligten und anderen Organisationsmitgliedern reflektiert. Ziel ist, die in besonderen Situationen (z.B. ein besonders gut oder schlecht gelaufenes Projekt) gemachten Erfahrungen, Tipps und Tricks für das gesamte Unternehmen übertragbar und nutzbar zu machen.
In der Storytelling-Methode lassen sich Einflüsse aus den qualitativen Sozialwissenschaften, besonders der Ethnologie (teilnehmende Beobachtung, narrative Interviews, der Grounded Theory, Aktionsforschung), der Oral History (Konstruktion, Aufbau von Stories), des Journalismus (Erzeugen von Spannung, Verarbeitung und Aufbereitung von Fakten) und verschiedener Managementtechniken aus dem Bereich Wissensmanagement finden.

Doch gibt es auch andere Auslegungen des Begriffs „Story Telling/Storytelling“ – erfahren Sie mehr über die Vielfalt der Definitionen zu Storytelling).

Storytelling 2.0

Nach dem Technikboom um Web 2.0 konzentriert sich die nächste Generation der Internetnutzer nun verstärkt auf die Inhalte, die im Web 2.0 verbreitet werden und wie diese zielgruppengerecht, verständlich, nachvollziehbar und attraktiv aufbereitet werden können. Storytelling spielt dabei eine große Rolle.
Allgemein lässt sich unter dem Begriff Storytelling 2.0 alles subsumieren, was im weitesten Sinne das Geschichtenerzählen im Web 2.0 betrifft, also z. B. auch Social Media Storytelling, transmedia Storytelling, dicital Storytelling. Die Herausforderung von Storytelling 2.0 ist dabei mit den Begriffen „Microcontent“ und „Social Media“ zu umschreiben, also der Bemühung auch kleinste Inhaltsschnipsel über Social Media Tools in Form von kleinen, nachvollziehbaren Geschichten zu erstellen.

Storytelling-Prozess

Aufbauend auf den Grundsätzen des narrativen Managements und in der 2. Generation des Learning-Histories-Ansatzes steht der Storytelling-Prozess für ein narratives Vorgehen zur Erfassung und Weitergabe schwer fassbaren Wissens. Das aus drei Prozessphasen bestehende Vorgehen setzt in jedem Schritt wissenschaftlich fundierte narrative Methoden und Tools ein, um (implizites) Erfahrungswissen handhabbar zu machen:

1.) Erfassung und Analyse

2.) Aufbereitung und Visualisierung

3.) Verbreitung und Implementierung

Erfahren Sie mehr über unser Basisvorgehen auf der Seite Storytelling-Prozess!

Systemische Fragetechniken

sind ein wichtiges Handwerkszeug im narrativen Management. Sie unterstützen den Erzählenden, seine Wirklichkeitskonstruktionen aus einer linearen Ursachen-Wirkungskette zu befreien und öffnen so neue Denkräume. Hypothetische Fragen, zirkuläre Fragen, lösungs­orientierte Fragen, Skalierungs- und Prozent­fragen, Wunder­fragen, Fragen nach Ausnahmen, Fragen zu Verhaltensalternativen und andere mehr helfen im Verlauf narrativer Gespräche, bisher nicht in Worte Gefasstes zu verbalisieren. Dies erweitert die verbalisierbare (explizite) Wissensbasis und schafft Transparenz z. B. über  einen unter den Teppich gekehrten unternehmenskulturellen Wert.

Transfer Stories

Transfer Stories im engeren Sinne sind Geschichten, in denen das Wissen eines Wissensträgers, oder einer Gruppe von Wissensträgern, z. B. über ein bestimmtes Thema, Projekt, Prozess, Unternehmenskultur  „gespeichert“ und aufbereitet ist, welches auf andere Personen, z. B. Nachfolger, Projektgruppen in ähnlichen Situationen, Entscheider, etc. übertragen werden soll.
Diese Geschichten entstehen aus O-Tönen von Experten, die in narrativen Interviews gebeten werden, ihre Erfahrungen, Anekdoten und wichtige Schlüsselerlebnisse etc. zu erzählen.

Im weiteren Sinne bezeichnen Transfer-Stories einen narrativ-strukturierten Wissenstransfer-Prozess für die Begleitung von Experten beim Fach- und Führungskräftewechsel. Der Transfer-Prozess kombiniert halbstrukturierte mit narrativen Interviews und bei Bedarf auch interaktive Workshop-Elemente für den Dialog und die Reflektion über die erhobenen Wissensinhalte.

Die Wissensdokumentation des Expertenwissens kombiniert ebenfalls strukturierte Elemente mit narrativen Einheiten: eine in den Transfergesprächen abgeleitete Wissenslandkarte bzw. Netzwerkkarte (meist eine MindMap) ermöglicht eine schnelle Orientierung über das Erfahrungswissen des Experten. Die weiterführenden Links wiederum führen zu den O-Tönen des Wissensträgers und erzählen so den Kontext, das „Drumherum“ zur Situation, in der wichtige Erfahrungen gesammelt wurden, die Tipps und Tricks und die Lessons Learned usw..

Die Transfer Stories zeichnen sich also durch eine Kombination von strukturierten Befragungs-Tools mit narrativen Interviews auf der Seite der Erfassung von Erfahrungswissen aus, sowie durch eine Kombination von Struktur und offenen Formaten auf der Seite der Wissensdokumentation.

Transfer Workshops

sind eine Möglichkeit, das im Storytelling-Prozess erhobene (implizite) Wissen im Unternehmen zu verbreiten. An Transfer-Workshops nehmen Wissensträger und Wissens-Suchende teil, die sich über bestimmte Themen (im Rahmen eines Projekt- oder Expert- Debriefing, oder aber während Changeprozessen) austauschen. Dem Transfer-Workshop geht die Auseinandersetzung mit dem erhobenen Wissen (eines Projektes, eines Experten oder des gesamten Unternehmens) voran, das in Form von Erfahrungsgeschichten oder anderen Aufbereitungsformaten zur Verfügung gestellt wird.

Transmedia Storytelling

Beim transmedia Storytelling wird eine Geschichte über verschiedene Medien bzw. Plattformen erzählt. Dabei wird der jeweilige Vorteil jedes benutzen Mediums möglichst optimal genutzt. Die Handlung, Dramaturgie und die Charaktere der Geschichte entwickeln sich dabei über die Gesamtheit der benutzten Medien hinweg. Anders als beim crossmedia Storytelling kann dabei auf jedem Medium ein anderer Teil einer Geschichte erzählt werden, mit anderen Inhalten und Charakteren, wobei ein verbindendes Element besteht muss und jedes Medium auch für sich selbst stehen können sollte.

Eine Definition von Henry Jenkins (MIT) zu transmedia Storytelling lautet: “Tell a story across multiple media channels, thereby making use of the individual characteristics of each single medium in order to offer new perspectives and insights on the overall storyline.” (Jenkins 2008)

Ziel von transmedia Storytelling ist es den “User” tief in die Story hineinzuziehen. Realität und Fiktion verschwinden immer mehr, er wird Teil der Story in die er teilweise sogar selbst aktiv eingreifen kann.

Ein Beispiel für transmedia Storytelling ist die „Fan Fiction“ zu den Harry Potter-Büchern, bei denen es neben dem Austausch der Fans über die Inhalte der Bücher auch die Möglichkeit gab, gemeinsam die Geschichte, aus einem anderen Blickwinkel weiterzuschreiben.

Oft werden in diesem Zusammenhang auch Alternate Realitiy Games (ARG) entwickelt.

Ein ausführliches Interview zum Thema Transmedia Storytelling finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Video

Der Einsatz von Videos, z. B. bei Expert Debriefings macht es für den Nachfolger leichter, den Gedanken des Leaving Expert zu folgen, da die Person des Wissenträgers bei Videoaufnahmen am besten „rüber kommt“. Doch kehrt sich der positive Effekt von Videoaufnahmen um, wenn der Leaving Expert sich nicht wohl in seiner gefilmten Haut fühlt oder aber, wenn die Videoaufzeichnung zu lang ist. Es braucht also auch bei der Aufbereitung von Expertenwissen in Form von Videomitschnitten eine vorangehende Analyse seines Wissens (siehe Storytelling-Prozess) und eine Auswahl besonders relevanter Passagen.

Visual Storytelling

bedeutet, die Botschaften einer Erzählung mit (bewegten) Bildern auszudrücken. Man unterscheidet zwischen linearen Bildgeschichten (Foto-, Bildserien, Comics) und interaktiven Geschichten (Animationen, Online-Spiele). Die Prinzipien des Visual Storytelling helfen, wissensintensive Inhalte zu vermitteln und zu verankern, denn visuelle Botschaften werden in der Regel leichter verarbeitet als abstrakte Informationen.

Visualisierungen

sind ein Überbegriff für alle Maßnahmen zur Veranschaulichung von abstrakten Daten (z. B. Texte) und Zusammenhängen durch die Umsetzung in eine graphische bzw. visuell erfassbare Form. Visualisierungen übersetzen sprachlich oder logisch nur schwer formulierbare oder verdeckte Zusammenhänge in visuelle Medien, um sie damit verständlich zu machen. Im Storytelling-Prozess von NARRATA Consult und auch generell im narrativen Management sind Visualisierungen nicht wegzudenken, denn sie unterstützen die Erfassung, die Darstellung und die Vermittlung impliziten Wissens indem sie nicht in Worte zu Fassendes veranschaulichen, Metaphern einsetzen und das verborgene Wissen so greifbar machen.