Mit dem Weggang von Experten geht deren Wissen verloren

Experten besitzen wertvolles Erfahrungswissen, dessen Verlust für den Nachfolger und das gesamte Unternehmen zu schmerzhaften Wissenslücken führen kann.

Denn wenn Experten in Rente gehen, nehmen sie ihr Erfahrungswissen mit! Sowohl in der Fach- als auch in der Führungskräfte-Laufbahn wachsen mit zunehmender Berufserfahrung und durch die Konfrontation mit verschiedenen Problemlösesituationen Experten heran, die über für das Unternehmen wertvolles Erfahrungswissen verfügen. Verlässt ein solcher Experte das Unternehmen, ist es entscheidend, seinen Nachfolger möglichst viel seines Expertenwissens zu vermitteln, um ihn für die Aufgaben, die auf ihn zukommen, zu wappnen.

Was für das Anwendungsfeld Projekt-Debriefing gilt, kommt auch beim ausscheidenden Experten zum Zuge: konkrete Fragen an den Experten führen zu konkreten Antworten, doch kann der Fragende niemals sicher sein, das wirklich relevante Erfahrungswissen des Experten erfragt zu haben!

Narrative Methoden bieten den entscheidenden Vorteil, dass nicht der Fragende, sondern der Erzählende, der Experte selbst also, bestimmt, welches Wissen in welchen Situationen und in welchen Zusammenhängen relevant ist.

Die offene Gesprächssituation gibt Raum für die Schilderung des Kontextes, in dem bestimmte Entscheidungen getroffen oder Probleme gelöst wurden. Auf diese Weise wird auch implizites Erfahrungswissen in Worte gekleidet und für Andere nutzbar gemacht. Daher hat es sich bewährt, klassische halbstrukturierte Interviews zur Sondierung des Expertenwissens mit narrativen Interviews zu kombinieren. Die Transfer Stories sind eine derartige Kombi-Methode, die gute Erfolge beim Erfassen und der Weitergabe von implizitem Erfahrungswissen von Experten erbrachte.