Digital Storytelling: so werden Geschichten in Zukunft erzählt!? – und wo liegen die Potentiale für Organisationen?

29. Aug 2013 in NARRATA erzählt

Werden wir in Zukunft unsere Geschichten so gut wie ausschließlich digital über moderne Medien erzählen? Sicher nicht, so lautet meine Prognose, denn nichts ist so magisch wie eine packende Geschichte, bei der man dem Geschichtenerzähler in die Augen schauen kann. Aber die Tatsache, dass wir immer mehr Zeit online und vernetzt im Internet verbringen hat auch Auswirkungen auf die Art und Weise wie Geschichten erzählt werden und birgt zahlreiche Potentiale und neue Erzählkonzepte – ich bin neugierig, wohin der Weg uns führen wird…

Nach einer Studie von Latitude, die diesen Sommer 158 Personen zwischen 12 und 65 Jahren über ihre Erwartungen zum Storytelling der Zukunft befragt haben, werden wir in bald ein ganz anderes „Storyerlebnis“ haben. Eines das weit über das eindimensionale Erzählen oder Hören von Geschichten hinausgeht, uns auf allen erdenklichen Informationskanälen mit Input füttern wird, uns interaktiv in die Story einbindet und die Abgrenzung zum realen Leben verschwimmen lässt.

Folgende vier Eckpfeiler sind laut der Latitute-Studie für zukünftige Storytelling-Konzepte relevant:

  • Tiefer in die Geschichte eintauchen können: z.B. über eine App, die mehr Hintergrundinformationen liefert, wie Gewohnheiten der Protagonisten.
  • Einfluss auf den Verlauf oder einzelne Elemente der Geschichte nehmen können: z. B. über eine Facebook Seite auf der Ideen für die Fortschreibung der Story gesammelt werden.
  • Eine Vernetzung der Geschichte mit verschiedenen Plattformen und dem realen Leben: z.B. über Online-Spiele und themenbezogenen Veranstaltungen bei denen die Story zelebriert wird.
  • Einfluss der Geschichte auf das eigene Leben erfahren: kann mich die Geschichte dazu inspirieren, mein Leben zu verändern?

In der Filmbranche und Medienwelt ist man seit einiger Zeit in Aufruhr und überdenkt Konzepte für Kinofilme und Fernsehserien in oben genannter Richtung komplett neu (ein Beispiel dafür ist das crossmediale Experiment von Arte About Kate).

Auch Unternehmen haben mittlerweile digitale und transmediale Storytelling-Formate für sich entdeckt. Meist sind das sehr aufwändige Produktionen im Bereich Marketing, Produkteinführung oder Recruiting neuer Mitarbeiter (siehe unser Blogbeitrag: hier). Im Alltag der meisten Organisationen spielt digitales Storytelling allerdings  kaum eine Rolle, aber das könnte sich bald ändern. Grund genug für NARRATA Consult diesen Trend einmal etwas genauer zu betrachten. In der nächsten Woche starten wir daher eine dreiteilige Blogreihe zum Thema: Digital Storytelling. Dabei wollen wir folgende Themen unter die Lupe nehmen:

  • Warum digitales Storytelling? Wo liegt die Abgrenzung zum „normalen“ Storytelling und welche Chancen bietet es besonders auch für gemeinnützige Organisationen?
  • Wie gelingt digital Storytelling und welche Regeln gilt es zu beachten?
  • Praxisbeispiele für gelungenes digitales Storytelling aus dem for- und non-profit-Bereich

Die Idee zu dieser Blogreihe entstand im Austausch mit Diana Krebs, die als Online-Redakteurin bereits für den for-profit und non-profit-Bereich gearbeitet hat und die Entwicklungen rund um digital Storytelling mit Spannung beobachtet. Sie hat uns bei der Erstellung der Blogbeiträge unterstützt.

Ich freue mich auf das erste Thema nächste Woche und schicke bis dahin viele Grüße,

Karin Thier

 

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