Narrative Erfassungsstrategien und IT-gestützte Dokumentation von Erfahrungswissen – Knowtech-Beitrag stellt integrativen Ansatz vor

07. Sep 2012 in Aktuelles

Auf der diesjährigen Knowtech schlagen wir die Brücke zwischen zwei in der Wissensmanagement-Community stark polarisierter Herangehensweisen, um Erfahrungswisssen handhabbar zu machen: Auf der einen Seite stehen Ansätze mit kommunikativem und narrativem Schwerpunkt, die den offenen Dialog unter Wissensträgern und -nehmern betonen, auf der anderen Seite die IT-gestützten Ansätze, die Erfahrungswissen zu dokumentieren versuchen.

In unserem Beitrag auf der Knowtech 2012 stellen wir einen integrativen Wissensmanagement-Ansatz vor, der diese beiden Herangehensweisen vereint. „Wir“, das sind Dr. Benjamin Nakhosteen von ThyssenKrupp Steel und Christine Erlach, NARRATA: in unserem Blog „Wissensmanagement bei ThyssenKrupp Steel Europe – ein spannender Besuch in Duisburg“ haben wir die Arbeit von Dr. Nakhosteen bereits ein wenig vorgestellt und von dem Vorhaben berichtet, unsere integrativen Ideen bei der Knowtech zu platzieren.

Nun, unser Vorschlag wurde angenommen und wir sind fleißig am Vorbereiten unseres Beitrages.
Eine Kernessenz sei an dieser Stelle schon verraten:

Wer sich zur Aufgabe macht, das Erfahrungswissen von Experten zu heben, es zu dokumentieren und weiterzugeben, kommt um eine Synthese aus narrativen Erfassungs- und Verbreitungs-Strategien und facettenreicher Dokumentation nicht herum: Denn Erfahrungswissen hat hohe implizite Anteile und ist an bestimmte Situationen gebunden, es ist schwer in Worte zu fassen und entzieht sich klassischer Erhebungsverfahren.
    • Es kann daher nur nahe an der Situation, in der es entstand, gehoben werden – genau das können narrative Methoden, die Platz zum Erzählen lassen und keine vorgefertigten Fragen stellen.
    • Erfahrungswissen braucht sowohl eine kontextreiche Dokumentation als auch diverse „Dialogräume“, um transferiert werden zu können – unter Dialogräumen verstehen wir das alle Prozesse durchziehende Gestaltungsprinzip, für möglichst viel Interaktion und Dialog unter den Mitarbeitern zu sorgen.
    • Die Dokumentation muss multimedial und sehr flexibel unter einem Redaktionsteam erarbeitet werden, damit die verborgenen Wissensstrukturen festgehalten werden können – nur dann kann anhand der Dokumentation der Wissenstransfer beginnen, wenn Mitarbeiter sich gemeinsam diese Inhalte erarbeiten und in einen Dialog miteinander treten.

Die Methodik des Storytelling-Prozesses mit dem Einsatz von narrativen Interviews und Ereigniskurven erleichtert also das Erfassen impliziten Wissens und stellt als übergeordnetes Gestaltungsprinzip sicher, dass die erhobenen Wissensinhalte zum Fließen gebracht werden, von den Mitarbeitern eines Unternehmens also genutzt werden. Die IT-gestützte kontextreiche und multimediale Dokumentation ermöglicht die Überführung der Wissensinhalte in das Unternehmensgedächtnis und gibt den Startschuss für den Wissenstransfer, wenn Mitarbeiter sich anhand dieser Dokumentation miteinander austauschen.

Wir freuen uns auf die bestimmt spannende Diskussion im Oktober und vielleicht auch auf Sie als Mitdenker/in,

ein schönes Wochenende wünscht

Christine Erlach

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