NARRATA hält Live-Interview beim MDR – aus einer Gefängniszelle!

05. Nov 2013 in NARRATA erzählt

Manchmal kommt`s anders als man denkt. So auch am vergangenen Samstag, als ich mitsamt der Familie in München in der S-Bahn feststeckte – und die Uhr erbarmungslos tickte und tickte.

Normalerweise würde ich mich einfach nur milde ärgern, dank der öffentlichen Verkehrsmittel zu spät zu kommen, doch diesmal war mein Adrenalinhaushalt im roten Bereich: in genau 19 Minuten sollte eine Live-Schaltung zum Mitteldeutschen Rundfunk MDR Figaro aufgebaut werden und ich ein Interview geben in der Sendung „Erzählkultur und Familiengeschichten„.

Der Journalist Carsten Tesch wollte mit mir über den Einsatz von Geschichten in Unternehmen sprechen und seinen Hörern vermitteln, wie das Top-Management mit seinem Fokus auf Zahlen-Daten-Fakten mit dem Geschichten-Erzählen vereinbar sind – und zwar live!

Mittlerweile kamen wir zum Münchener Ostbahnhof, der eine interessante Geräuschkulisse hat, wenn man gerne vorbeifahrende S-Bahnen, ICE’s, blecherne Durchsagen und quietschende Rollkoffer hört. Nun, ich hatte aber versprochen, zum Zeitpunkt der Live-Schaltung in einem gut schall-isolierten Raum zu sein! Was tun?

13 Minuten…

Wir sind so schnell es die kurzen Beine meiner kleinen Söhne konnten, durch den Ostbahnhof gejagt, auf der Suche nach einem ruhigen Raum. Beim Bäcker gefragt, beim Auskunftsschalter der DB, überall in nettem bayerischen, aber dennoch verneinenden Ton weitergeschickt worden.

8 Minuten…

Schließlich die letzte Chance: die Bundespolizei am Ostbahnhof! Ich hetzte also zum „Tresen“ und trug den Uniformierten meine Bitte vor – ob es nicht irgendwo bei ihnen ein leerstehendes Büro gäbe, ich bräuchte nur rund 7 Minuten ohne Krach. Nun, es gab kein leerstehendes Büro – dafür aber eine leere Zelle!

3 Minuten vor der Live-Schaltung…

So kam es also anders als ich dachte, der Anblick von Gummimatratze und Alu-Latrine drohten, mich vom Interview abzulenken – doch alles klappte zum Glück! Und wer Lust hat, in das Interview reinzuhören, wird merken, dass kein einziger Zug oder Rollkoffer zu hören ist! 🙂

Mit besten Grüßen,
Christine Erlach

1 Kommentar

  • Liebe Frau Erlach,

    ein total sympathisches Interview! Und die Symbolik der Zelle bzw. des Bahnhofes hat mich sehr amüsiert. Wenn ich die Zelle als Keimzelle und den Bahnhof als Start ins Unterwegssein, in das Dazwischen oder auch ins Ankommen… auf jeden Fall eine schöne Geschichte und mir hat sie gute Laune gemacht. Dankeschön!

    Ihr

    Klaus Dieter Trieß



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