Wie virales Storytelling unser Kaufentscheidung beeinflusst – Die Geschichte des „Thieves-Öls“

06. Feb 2018 in NARRATA erzählt

Wochenlang zog sich die eitrige Zahnentzündung meiner Tochter schon hin und die verschiedenen Maßnahmen unseres Zahnarztes zeigten wenig Erfolge.
Bei der Recherche nach möglichen alternativen Heilmethoden stolperte ich immer wieder über ein ätherisches Öl mit dem mysteriösen Namen „Thieves“ –  „Diebe“ (siehe z. B. die Erfahrungen von Dr. Karin Bender-Gonser (ab 10 min.).  Der Name und die schier unendliche Liste an positiven Wirkungen, die diesem Öl zugesprochen wurden –  es soll antibakteriell, anti-infektiös, antiseptisch, antiviral wirken und daneben auch noch unglaublich gut duften – machten mich neugierig. Was meine Neugier weiter anstachelte war folgende Geschichte, bzw. historische Legende, die sich um das Öl rankt:

Das „Thieves-Öl“

Im 16. Jhd.  zur Zeit der grassierenden Pest in Frankreich, gab es vier Diebe, die monatelang auf Raubzug gingen und Pestopfer ausraubten, ohne sich jemals selbst mit der tödlichen Krankheit anzustecken. Eines Tages wurden sie gefasst und des Diebstahls überführt. Gefragt, wie es ihnen gelingen konnte so lange mit Pestleichen  in Berührung zu kommen ohne zu erkranken, nannten sie widerwillig das Rezept einer geheimen Ölmischung mit der sie ihre Körper vor dem Raubzug einrieben.

Eine recht makabre Geschichte, aber sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Geschichten, die nicht mehr aus dem Kopf gehen

Bei weiteren Recherchen erfuhr ich, dass das Öl wissenschaftlich untersucht wurde. In Tests konnte die Weber State University (Ogden, Utah) eine anti-bakteriellen Wirkung von 99,96% dieser Ölmischung (aus Nelke, Rosmarin, Eukalyptus, Zimt und Zitrone) bestätigen (https://www.laborforlove.com/effect-of-a-diffused-essential-oil-blend-on-bacterial-bioaerosols.html).

Eine tolle Geschichte und eine bestätigte wissenschaftliche Wirkung. Keine Frage: Das Öl musste ich haben und es wurde auch sogleich bestellt (zu beziehen z. B. über Young Living).

Leider konnte ich das Öl dann gar nicht mehr für seine eigentliche Bestimmung einsetzen. Der Zahn meiner Tochter musste noch vor dem Eintreffen von „Thieves“ gezogen werden. Zum Glück war es nur ein Milchzahn. Jetzt verwenden wir das Öl seit einer Woche im Rahmen der Mundhygiene und im Diffuser und hoffen damit unserem Immunsystem etwas Gutes zu tun. Ich muss sagen, ich mag dieses Öl und seinen Duft wirklich gerne und  wenn ich das Öl rieche und an die Geschichte der vier Diebe denke, fühle ich mich gleich wohlbehütet (bzw.-geölt).

Auch wenn ich zur Wirkung des Thieves-Öls noch gar nichts sagen kann, so lässt sich ganz klar festhalten, dass das virale Storytelling marketingtechnisch bei mir definitiv gewirkt hat.

Mich würde interessieren, ob ihr auch schon mal eine Kaufentscheidung auf eine (virale) Story zurückführen konntet und falls ja, welche Story bei euch gewirkt hat und warum?

Mit lieben Grüßen,

Karin Thier

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