Shaping a Future Story of Telekom – Rückblick auf unsere Live Session auf dem Kongress Beyondstorytelling 2018

04. Jul 2018 in Aktuelles, Allgemein

Let’s pave the way into the desired future of Telekom!

So lautete der Aufruf an die rund 100 TeilnehmerInnen der Beyondstorytelling-Konferenz in Hamburg diesen Juni, unseren Workshop zu besuchen. Dr. Rainer Klose von der Telekom AG und ich hatten eine Live Session vorbereitet: ein realer Change-Auftrag eines Großunternehmens sollte mithilfe von narrativen Methoden bearbeitet werden. Das Team von Rainer Klose würde im Nachgang dazu Feedback geben: inwieweit sind die Ideen der TeilnehmerInnen des Workshops implementierbar? Inwieweit werden narrative Methoden den geplanten Change-Prozess mitgestalten?

Wir stellten also unser Vorhaben im Konferenzraum über den Dächern Hamburgs vor – links der Hafen, rechts der alte Michel, wir vom Coreteam mit über 30 weiteren Inputgebern und unseren Gästen mittendrin. Mit insgesamt 17 Workshops, 3 Keynotes und einer Learning Journey war BST18 ein wahres Feuerwerk an professionellem Input; mal von uns, mal von den Teilnehmenden selbst, die in einer zusätzlichen Open Session eigene Projekte, Gedanken und Ideen miteinander vertieften.

Der dritte Slot für die Workshops am Samstag nachmittag begann bei fast 30 Grad unter wolkenlosem Himmel, doch die Energie der Teilnehmer war ungebrochen! Auf also in die Live Session, ein reales Change-Projekt mithilfe narrativer Methoden zu planen!

Der Change-Auftrag lautete: Die Telekom AG möchte im Jahre 2020 30% aller Führungspositionen im Top- und Mittel-Management mit Frauen besetzt haben. Daher stehen wir, das Change Department der Telekom AG, vor zwei Herausforderungen:
– Wie schaffen wir es, die männlichen Führungskräfte dazu zu bewegen, mehr Frauen als Führungskräfte auszuwählen?
– Wie schaffen wir es, mehr potentielle Kandidatinnen dazu zu bewegen, sich auf Führungspositionen zu bewerben?

Beide Leitfragen für den aufzusetzenden Change-Prozess zielen sowohl auf die Haltung, den Mindset der MitarbeiterInnen ab, als auch auf die strukturelle Ebene der Rahmenbedingungen wie etwa das Bereitstellen von betriebseigenen KITAS etc. Doch in unserem Workshop wollten wir uns auf den Mindset beschränken und eine „Story“ finden, die in der Lage ist, die Haltung und die Überzeugungen der MitarbeiterInnen zu erreichen und einen Veränderungsimpuls zu geben.

Das Ziel war klar, doch wie in den meisten Change-Prozessen war der Weg dorthin noch nicht durchdacht.

In unserem Workshop legten wir 2 narrative Leitplanken durch diese unbekannte Strecke zwischen Gegenwart und Wunsch-Zukunft, an denen sich die TeilnehmerInnen orientierten: 2 Gruppen erhielten die Erzählstruktur der Heldenreise als Leitplanke, 2 weitere Gruppen hatten die Aufgabe, mit Metaphern zu arbeiten. 30 Minuten später sollten die Gruppen sich ihre Ideen gegenseitig erzählen und wir würden gemeinsam über die Unterschiede, Grenzen und Chancen der beiden narrativen Herangehensweisen reflektieren:

  • Die 5 Stationen der Heldenreise dienten als Strukturierungshilfe für die Gestaltung des Change-Prozesses und halfen, so die Rückmeldung in der Reflektionsrunde, sehr gut im Design von verschiedenen Interventionen, die die Haltung der MitarbeiterInnen ansprechen sollten. Eine Gruppe hatte die Idee, positive Erfahrungen von Frauen in Führungssituationen zu sammeln, zu verbreiten und die MitarbeiterInnen in einem partizipativen Erzählprozess Schritt für Schritt vom Zuhörer zum Weiter-Erzähler zu machen, der die Narration weiterspinnt und sich so zu seiner eigenen Zukunftsgeschichte macht – einer der wichtigsten Schritte, um den Mindset, also die Glaubenssätze über das, was in der Zukunft denkbar ist, zu verändern!
  • Die Metaphern-Gruppen sollten ein Bild für Telekom in der Gegenwart finden und dieses Bild dann in einen Zustand verändern, der die gewünschte Zukunft für die Telekom (also die 30%-Quote und damit verbunden einen anderen Mindset der MitarbeiterInnen) denkbar, möglich und erreichbar macht. Die Ideen der beiden Gruppen waren sehr verschieden, doch halfen sie beiden Teams, aus der Veränderung im Bild die entsprechenden Ideen abzuleiten, wie dieses Zielbild für die gewünschte Veränderung in der Organisation erreichbar werden könnte.

Die Ergebnisse von einer der beiden „Heldenreisen-Gruppen“ und der beiden „Metaphern-Gruppen“ sind hier in einem PDF-Dokument downloadbar.

Die Reflektion über die beiden narrativen Pfade in die erwünschte Zukunft hätte für mich noch lange weitergehen können, so spannend waren die Einsichten und Erfahrungen der TeilnehmerInnen. Alle waren sich über deren hilfreiche Struktur beim Entwerfen des Change-Prozesses einig. Rainer Klose nahm die Ideen der 4 Gruppen mit nach Bonn – nun warten wir gespannt auf das Feedback seines Teams und inwieweit die narrativen Methoden in diesen realen Change-Prozess Eingang finden werden.

Kurzum: die Live-Session hat nicht nur riesen Spaß gemacht und gezeigt, dass narrative Methoden hervorragende Hilfe in Change-Prozessen bieten; in der Live-Session durften Rainer Klose und ich den vielen kreativen Ideen von ganz besonderen, erfahrenen ExpertInnen aus den verschiedensten Berufsbildern und Nationen lauschen. Tausend Dank an unsere TeilnehmerInnen im Workshop „Shaping a Future Story of Telekom“!

Beste Grüße sendet
Christine Erlach

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