NARRATA meets Politics – EU Ostseestrategie setzte Schwerpunkt auf kulturelle Identität

22. Apr 2013 in NARRATA erzählt

Letzte Woche (18.04.2013) ging es für NARRATA nach Berlin in die Landesvertretung Schleswig-Holsteins – ein schmuckes Gebäude, in dem der Kickoff-Workshop für das neue Prioritätsthema „Kultur“ der EU-Ostseestrategie stattfand. Mehr zum Hintergrund dieses Workshops berichteten wir bereits hier.

Präsentation der Ergebnisse des WorldCafés in Landesvertretung Schleswig-Holsteins

Unsere Aufgabe war, mithilfe von narrativen Methoden dafür zu sorgen, dass die Teilnehmer sich über ihre Assoziationen zur kulturellen Identität der Ostseestrategie austauschen und erste Ideen entstehen, welche kulturellen Gemeinsamkeiten in dieser Region bestehen – eine aus mehreren Gründen schwere Aufgabe, da die Ostseeregion aus 9 verschiedenen Nationen besteht, die auf den ersten (und auch auf den zweiten) Blick sehr verschieden sind, und zwar im Hinblick auf alle das Konzept „Identität“ konstituierenden Merkmale wie etwa Sprache, Geschichte und Kultur.
Davon abgesehen würde es auch einer homogenen Gruppe von Menschen schwerfallen, sich zum Konzept Identität auszutauschen, ohne Stereotypen zu bemühen – zu schwer greifbar und zugleich zu allumfassend ist das Konzept „Identität“, um darüber in der limitierten Zeit eines WorldCafès in die Diskussion zu kommen.

Zu diesem viel gebrauchten aber wenig aussagekräftigen Wörtchen „Identität“ und zur Frage, wie es mit einer solchen in der Ostseeregion bestellt ist, fand ich im Vorfeld der Veranstaltung einen wunderbaren Essay von Prof. Dr. Bernd Henningsen mit dem vielsagendem Titel: „On Identity – No Identity. An Essay on the Constructions, Possibilities and Necessities for Understanding a European Macro Region: the Baltic Sea.“ Kritisch, wunderbar zu lesen, sehr informativ. Hier zum PDF.

Aber kehren wir zurück zum Workshop selbst und zur Frage, wie wir mit narrativen Methoden dieses „Wortgespenst“ namens „Identität“ dennoch fassbar machen konnten: wie schon hier beschrieben, baten wir die Teilnehmer, für einen fiktiven guten Freund aus Australien eine Reise zu Orten zu planen, die ihm ein Gespür für die „Seele“, die Mentalität und die Lebensart der Menschen in der Baltischen See-Region geben könnten. Wir fragten nach persönlichen Erlebnissen und Eindrücken an diesen Orten und schufen so durch drei Runden ein erstaunlich vielschichtiges Bild, deutlich fassbarer auf jeden Fall als eine Themensammlung rund im Identität! 😉

Die Reise zur Seele der Baltischen Seeregion

Der Tenor des Tages: Kulturelle Vielfalt und zugleich viele gemeinsame Wurzeln zeichnen die Ostseeregion aus. Storytelling half, die verschiedenen Assoziationen der Teilnehmer im WorldCafé zu artikulieren. Das Wetter war prächtig, rundum also ein spannender, schöner Tag!

Beste Grüße sendet
Christine Erlach

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